Gebiet / Naturraumausstattung

Der Soonwald ist Teil eines stark gegliederten, bewaldeten Mittelgebirgszugs am Südrand des Rheinischen Schiefergebirges, etwa 60 Kilometer westlich von Mainz. Er erreicht in seiner Kammlage bis zu 657 Meter ü. NN (Ellerspring).

Der hier näher betrachtete Teil das FFH-Gebiet Soonwald umfasst ca. 5.600 Hektar und besteht aus drei deutlich erkennbaren, parallel ausgerichteten Bergzügen, die aus Taunusquarzit bestehen und fast vollständig bewaldet sind. Die Böden des Projektgebietes weisen in den ausgedehnten Hochmulden und -plateaus starke Staunässe auf. Außerdem gibt es zahlreiche Quellbereiche, aus denen verschiedene Bachläufe entspringen, die alle zur Nahe und letztendlich zum Rhein hin entwässern. Einige Bachtäler bzw. Bachtalabschnitte sind noch natürlich und durchfließen naturnahe Auenwaldstrukturen, andere sind jedoch stark anthropogen überprägt und von Fichtenforsten gesäumt.

Lange und intensive Nutzungsgeschichte

Der gesamte Soonwald wurde durch eine sehr lange und intensive Nutzungsgeschichte tiefgreifend umgestaltet. Schon in keltisch-römischer Zeit wurde hier Bauholz eingeschlagen. Holzkohlegewinnung für die Eisenverhüttung und Pottaschegewinnung, Nieder- und Mittelwaldnutzung für die Lohegewinnung und Waldweide sind hier ebenso historisch bedeutsame Nutzungsformen, die durch ihren Raubbau in der Vergangenheit weitgehend verödete Flächen entstehen ließen. Seit dem 19. Jahrhundert wurde eine massive Wiederaufforstung betrieben, allerdings unter Anlage eines systematischen Entwässerungssystems. In Form von Hutewaldresten und größeren Waldwiesen existieren aber auch noch wertvolle Relikte der historischen Nutzung.